Auf dem Weg zum Süd-Nord-Gefälle? – „Wir sind kreativer als die hochindustrialisierten Staaten!“


Prof. Dr. Eckehard Fozzy Moritz

Challenge
Einige Intellektuelle im „Süden“ der Welt sind davon überzeugt, dass diese Länder in Aspekten wie und „Innovationen für Lebensqualität“ den Norden schon überholt haben; andere Bereiche würden folgen. Es lohnt zumindest, darüber nachzudenken…

Storyline
Neulich in Valencia. Nach dem offiziellen Teil unserer Gespräche, beim Spaziergang am Strand, überraschte mich der strategische Kopf eines großen lokalen Forschungsinstituts mit der Behauptung: „Wir wollen gerne mit Mexico zusammenarbeiten. Der Süden ist mittlerweile viel kreativer als der Norden. Und vor allem wissen wir, was Lebensqualität ist – und in Innovationen für Lebensqualität liegt die Zukunft!“
Hat er etwas Recht? Beschäftigen wir unsere Gehirne zu sehr mit Gewinnmaximierung und Krisenbewältigung, mit Hochtechnologie und Marktpsychologie – und vergessen Lebensqualität und , Wohlbefinden und gesellschaftliches Miteinander? Wir sollten uns tatsächlich mit dieser Frage beschäftigen. Denn wenn die Antwort „Ja“ oder auch nur „Nun ja“ lautet, machen wir etwas nicht so ganz richtig; zumindest der riesengroße Teil von uns, der nicht davon profitiert.
Der große Vorteil: Wir können uns bestimmte Aspekte der Antwort in der Realität betrachten. Wir können als Anschauungsmaterial für mehr Markt in die USA und nach Großbritannien reisen, für alternative Formen der sozialen Marktwirtschaft nach Schweden und Holland, für machtpolitischen Sozialkapitalismus (sorry für den Ausdruck) nach Russland und China, für paternalistischen Kapitalismus nach Japan und Singapur, für Spätsozialismus nach Kuba und Venezuela – und eben auch nach Spanien und Mexico. Was gefällt uns, was nicht? Was würden wir uns selbst wünschen? Und wie können wir unser Deutschland so gestalten, dass wir unseren Wünschen so nahe wie möglich kommen?
Und, Ja, das ist auch und gerade für Innovatoren eine wichtige Frage. Wir sind diejenigen, die das Aussehen der Zukunft maßgeblich mitgestalten – und die wissen und mit bestimmen sollten, wohin diese Reise geht.

Suggestions
Die Handlungsvorschläge beginnen mit der Aufforderung, sich die Zukunft nicht nur als Summe aus Märkten und Produkten vorzustellen, sondern in erster Linie als Lebenswelten und Lebens(t)räume von Menschen. In diesem Sinne sollten wir uns auch mit folgenden Herausforderungen beschäftigen:

  • Innovationen, die zur Lebensqualität der Menschen beitragen
  • Innovationen, die das Wohlbefinden der Menschen verbessern helfen; im sozialen, im emotionalen und im physischen Sinne

Questions

  1. Wie finde ich heraus, was „Lebensqualität“ und „Wohlbefinden“ eigentlich bedeutet?
  2. Wie kann ich gute Ideen aus einem kulturellen Kontext in einen anderen übertragen?
  3. Wie unterstütze ich mit Technik Wohlbefinden?

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