Jahrmarkt der Eitelkeiten – über Innovation und Kooperation für den Spitzensport


Prof. Dr. Eckehard Fozzy Moritz

Challenge:

ist faszinierend und steckt voller Potenzial. Leider kommt dies manchmal zuallerletzt dem und den Sportlern zu Gute. Hier ist neues Denken und Handeln gefragt – insbesondere im Hinblick darauf, wie man und fördert.

Special:

Dieser Blogbeitrag ist hat ein neues Formatelement „Special“, denn er ist ein selbst eine Art Kooperationsexperiment: Er ist Eröffnungs- oder, weniger pathetisch, Testblog im Rahmen eines Projektes zum Wissensmanagement im deutschen (blog.wissen-wvl.de; in Vorbereitung: www.wissen-im-.de). Er ist gleichzeitig „normaler“ Beitrag zum Blog zur Holistischen der SportKreativWerkstatt (blog.sportkreativwerkstatt.de). Er ist damit in gewisser Art und Weise selbstreferenziell: und für den …

Für neue Leser: Meine Blogbeiträge haben immer bestimmte Perspektiven auf zum Thema. Sie sind etwas herausfordernd, um zum Lesen anzuregen, Diskussionen anzufachen und neue Impulse zu setzen. Gleichzeitig sind sie aber auch lösungsorientiert; sie enden immer mit einigen Handlungsvorschlägen. Schließlich entsteht nicht durch Meckern und Besserwissen, sondern einzig und alleine durch Aktion!

Storyline:

Das folgende Märchen ist ausdrücklich und wahrhaftig fiktiv – auch wenn man gut und gerne das Gegenteil glauben könnte.

Es war einmal eine Sportlerin, nennen wir sie Maria, Deutsche Jugendmeisterin im Sackhüpfen. Mit ihrer Bestzeit hätte sie bei den letzten Olympischen Spielen (in der fiktiven Welt ist Sackhüpfen olympisch) die Bronzemedaille gewonnen, im zarten Alter von 13 Jahren. Ein Jahrhunderttalent: motiviert, engagiert, fröhlich – einfach gut! Doch leider musste sie recht bald feststellen, dass gute Sportlerinnen nicht nur einfach gute Sportlerinnen sind. Sie sind auch potenzieller Katalysator für die Vermehrung von Profit, Status, Macht, Einfluss und ähnlichem mehr. Also nahm das Schicksal seinen Lauf…

  • Ein Berater wusste, wie man (in erster Linie er selbst) Geld machen würde. Marias fröhliches Gesicht prangte auf Werbung für Haarentferner, Schokocreme und Waschverstärker. Immer mehr Promotion-Auftritte, immer lächeln. Wie soll sie da fröhlich bleiben?
  • Ein sportwissenschaftliches Institut für Sprungdynamik wusste, wie Maria Technik und Training optimieren könnte.  Die Sprünge müssten weiter sein, dennoch solle sie nicht so tief in die Hocke gehen. Puls, Laktat, Eisprung und Zehenwachstum wurden permanent kontrolliert. Spaß am Training und Sicherheit bei der Bewegung verschwanden.
  • Der Sackhüpf-Verband sah seine Chance, endlich unabhängig zu werden und damit auch eine eigene Funktionärsriege zu den Olympischen Spielen zu schicken. Man argumentierte im Sportministerium, nur mit solch schlanken Strukturen und einer Übertragung der Fördermittel des ohnehin glücklosen Eierlauf-Verbands auf die eigenen Institutionen könne man erfolgreich sein. Schade, dass nach der Bundestagswahl der Seniorenmeister im Eierlaufen Sportminister wurde… Jetzt reichte das Fördergeld für die Sackhüpfer nicht einmal mehr, um Marias Trainingswiese zu mähen.
  • Ein Hersteller von Säcken witterte Profit im Hochpreissegment. Er brachte einen Beryllium-Sack aus der Weltraumforschung auf den Markt, den unsere Sportlerin fortan benutzen musste. Er war viel zu hart, und Maria litt fortan unter chronischen Entzündungen der Patellasehne. Sie fiel somit leider für die Olympiasaison aus…

Nein, hier wird jetzt nicht noch die Rolle der Sportmediziner persifliert… und auch auf andere Ausweitungen verzichtet. Schließlich ist die Geschichte ja rein fiktiv J. Außerdem sollte die Botschaft jetzt klar sein: Erfolg im ergibt sich nicht als Summe aus einer Verfolgung von Einzelinteressen; eher im Gegenteil. Erfolg im erfordert so viel im Umfeld der Sportler wie irgend möglich. Und vor allem Liebe, Hingabe und Enthusiasmus für den selbst.

Suggestions:

Was heißt das nun für unser Thema, und für den ? Im Folgenden möchte ich einige Handlungsansätze diskutieren:

  • soll vieles leisten; Bestätigung, Begeisterung, Unterhaltung, Demonstration; er soll Frieden und Business fördern, jungen Menschen Ziele geben und alte Menschen von Kraft und Jugend träumen lassen. Er kann all diese Wünsche und Anforderungen jedoch langfristig nur erfüllen, wenn er authentisch bleibt: Innovationen dürfen daher den und die Sportler nicht nur instrumentalisieren und vor vollendete Tatsachen stellen, sondern sollten in mit diesen so entwickelt werden, dass für alle Seiten attraktive Lösungen entstehen.
  • Zur Förderung des Spitzensports, und insbesondere von Innovationen für den , sind daher kooperative Strukturen zu schaffen und zu erhalten. Hierzu zählen formale genauso wie informelle, reale genauso wie virtuelle Formen der Unterstützung von und Kommunikation. Einige Lösungen, die wir mit dem Deutschen Skiverband bereits erfolgreich etabliert haben, sind Innovationsnetzwerke, runde Kreativtische und Wiki-basierte Systeme zum Wissens- und Ideenmanagement. Als Schwerpunkte für weitere Handlungsansätze sehen wir eine Verbesserung der sportartübergreifenden , die unbürokratischen Förderung von kleinen und kleinsten Innovationsinitiativen und die Verschmelzung von realer mit virtueller Kooperationsarbeit, zum Beispiel über Wandbildschirme.
  • Eine wesentliche Erfahrung aus allen bisherigen Aktivitäten ist, dass eine Unterstützung von für den auch dabei ansetzen sollte, Begeisterung zu schaffen bei aktuellen und potenziellen Innovatoren. Die „Szene“ rund um den sollte daher nicht nur geprägt sein von überbewerteten Schönheiten, verkalkten Besserwissern und gelangweilten VIPs, sondern man sollte auch die einladen, die tatsächlich Herz und Hirn für den Wettbewerbsvorteil der Sportler und Hingabe und Ressourcen für alte und neue Initiativen einsetzen können und wollen.

Questions:

  1. Eitelkeiten werden so schnell nicht verschwinden. Wie kann man diese so „umlenken“, dass sie und fördern?
  2. Wie sieht ein optimaler institutioneller Rahmen aus zur Förderung von und für den ?

, , ,

  1. #1 von Charly am 6. November 2009 - 17:50

    Die Story der kleinen talentierten Maria gefällt mir ziemlich gut!!
    Auch der Vorstellung, dass Sackhüpfen demnächst olympisch wird, kann ich durchaus etwas abgewinnen ;-)
    Ich bin aber auch der Meinung, dass du mit deiner Geschichte gar nicht so falsch liegts und kenne ein Beispiel in dem die Anna zwar Jule heißt, aber ansonnsten viele Dinge gut übertragbar sind!

(wird nicht veröffentlicht)


Kommentare geschlossen