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	<title>Holistic Innovation &#187; Formelkompromisse</title>
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		<title>Unwürdige Formelkompromisse in Kopenhagen – Lasst doch mal uns Innovatoren an die Zukunft!</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Dec 2009 22:53:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Eckehard Fozzy Moritz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Holistic Innovation Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Formelkompromisse]]></category>
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		<category><![CDATA[Umweltkonferenz]]></category>

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		<description><![CDATA[Prof. Dr. Eckehard Fozzy Moritz Challenge: Das schöngeredete Fiasko der Klimakonferenz in Kopenhagen ist nur das prominenteste Beispiel für die Schwierigkeiten einer Realisierung nachhaltiger Entwicklung. Doch wie viel taugt der gewählte Ansatz überhaupt? Reduktionsziele und Grenzwerte beeinflussen eine Entwicklung, die sie in ihren Grundzügen gleichzeitig verhärten. Ich schlage deshalb vor, durch eine nach vorne gerichtete [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Prof. Dr. Eckehard Fozzy Moritz<strong></strong></p>
<p><strong>Challenge:</strong></p>
<p>Das schöngeredete Fiasko der Klimakonferenz in <a href="http://www.holistic-innovation.org/blog/tag/kopenhagen/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kopenhagen">Kopenhagen</a> ist nur das prominenteste Beispiel für die Schwierigkeiten einer Realisierung nachhaltiger Entwicklung. Doch wie viel taugt der gewählte Ansatz überhaupt? Reduktionsziele und Grenzwerte beeinflussen eine Entwicklung, die sie in ihren Grundzügen gleichzeitig verhärten. Ich schlage deshalb vor, durch eine nach vorne gerichtete Orientierung an der Gestaltung einer lebenswerten Zukunft alte Kategorien zu verlassen – um einer nachhaltigen Entwicklung nicht nur in theoretischen Prozenten, sondern in praktischen Quantensprüngen näher zu kommen.</p>
<p><strong>Storyline:</strong></p>
<p>Juhuuu! Zu guter Letzt haben die Mächtigen der Welt doch noch das Klima gerettet, oder gar die ganze Welt? Auf jeden Fall haben sie ein Pamphlet auf den Weg gebracht, in dem… ja was denn eigentlich? Je genauer ich hinschaute, desto mehr war ich entsetzt; auch wenn man heutzutage schon einiges an Verblödung gewöhnt ist. Denn die völlig neue Dimension der Fortschritt suggerierenden Beliebigkeit verschlägt mir die Sprache – sie ist so weit von konkreten Handlungskonsequenzen und nachhaltiger Zukunftsgestaltung entfernt wie Dieter Bohlen vom Amt des Bundeskanzlers. Bezeichnenderweise hat die eigentlich zuständige und auch anwesende Gesamtheit der Chefs fast aller Nationen dieser Welt diesen Murks auch nur „zur Kenntnis genommen“. Ja, geht es noch peinlicher?</p>
<p>Klar ist doch: Die Menschen müssen insgesamt deutlich mehr im Einklang mit der Natur leben. Und zwar nicht für die Natur – der ist das, was wir hier treiben, völlig wurscht. Dem Klima erst recht, das muss genauso wenig geschützt werden wie der Abstand von der Erde zum Mond. Mensch, es geht um uns! Es geht darum, wie wir Menschen, und wie andere Lebewesen, heute und in Zukunft leben wollen, leben können.</p>
<p>Klar ist auch: Das momentane Geschachere hilft bei der Zukunftsgestaltung zu wenig, zu langsam, trotz des ungeheuren Aufwandes. Böse formuliert, wird die momentane Aktion – oder eben gerade nicht Aktion – dominiert durch von Lobbyisten umlagerte Kompromisspolitiker mit dem Rückgrat eines Wischmops, durch auf Ruhm, Ehre und Forschungsgeld bedachte Wissenschaftler mit stetigen Forderungen nach mehr Analysen und durch Gutmenschen mit der Hauptqualifikation Betroffenheit. Nun habe ich nichts gegen Politiker und Wissenschaftler, und erst recht nicht gegen Gutmenschen, aber im Verbund bilden diese eher eine Bremszone als eine Einspritzanlage für die Gestaltung einer lebenswerten Zukunft. Doch es ist aller-, allerhöchste Zeit, dass endlich etwas geschieht. Also:</p>
<p><strong>Suggestions:</strong></p>
<p>Der wichtigste Vorschlag ist eher eine Einsicht – die ich hoffe, verbreiten und in Handlung überführen zu können: Man kann eine gewünschte nachhaltige Zukunft nicht nur, eigentlich noch nicht einmal besonders gut, durch Grenzwerte und Reduktionsziele erreichen. Viel besser ist ein schöpferisch-proaktives Vorausdenken der wichtigsten Eckpfeiler und Potenziale einer möglichen und gewünschten nachhaltigen Zukunft, und auf dieser Basis eine Entwicklung innovativer Produkte, Serviceangebote, Organisationsformen und Paradigmen, die diese Zukunft gestalten helfen. Einfacher ausgedrückt: Wir sollten uns gemeinsam darüber Gedanken machen, wie wir leben wollen, und dann Entwicklungen anstoßen, die uns bei der Erreichung dieser Vorstellungen helfen.</p>
<p>In dem Exkurs zur nachhaltigen Innovation <a href="http://www.springer.com/engineering/production+eng/book/978-3-540-76429-8">in meinem Buch (S.260 &#8211; 267)</a> habe ich dies eine offensive Strategie für nachhaltige Entwicklung genannt und an Beispielen sozialer, ökologischer und kultureller Nachhaltigkeit illustriert. Im Sinne holistischer Innovation ist jedoch auch diese Debatte zu akademisch: Im Sinne einer nachhaltigen Zukunftsgestaltung müssen Innovationen bei menschlichen Bedürfnissen und Interessen ansetzen; in ihrer Realisierung  müssen dann soziale, ökologische, ökonomische, kulturelle und emotionale Nachhaltigkeit gemeinsam gedacht und gleichzeitig berücksichtigt werden. Einige Beispiele sollen dies verdeutlichen:</p>
<ul>
<li>Der Umgang mit der Erhaltung der <strong>Gesundheit </strong>wird immer wichtiger. Dabei ist Gesundheit nicht die „objektive“ Abwesenheit von Krankheit, sondern wird bestimmt durch die subjektiven Faktoren Lebensfreude, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Und genau hier sollte nachhaltige Zukunftsgestaltung ansetzen: Innovationen für die Gesunderhaltung sollten als Zielsetzung (wieder) Lebensfreude vermitteln und erlauben; nicht durch kurzfristige Befriedigung von Kaufanreizen, sondern zum Beispiel durch die Unterstützung eines freudvollen Lebensstils durch geistige, körperliche und spirituelle Anregungen und Erfüllung. Die Bandbreite der Möglichkeiten für Innovationen reicht hier von aktivierenden Unterhaltungsmedien über kommunale wiederverwendbare Ganzkörper-Wohlfühlbäder bis hin zu Angeboten an Bewegung und frischen Steaks im Fernverkehr – zur Entschärfung der CO2 Problematik am besten aus dem Fleisch wenig furzender Tiere oder aus Chili-Tofu hergestellt.</li>
</ul>
<ul>
<li>Nachhaltige Innovationen im Bereich <strong>Wohnen </strong>sollten als Zielsetzung Geborgenheit, Schutz und Gemütlichkeit für alle ermöglichen. Gemeinschaftserleben ist dabei für viele Menschen wesentlich wichtiger für ihre subjektive Lebensqualität als individualisierter Schnickschnack. Eine Wald-Hüttendorf mit innovativer Bio-Isolierung und selbst erzeugten Starkstrom wäre sowohl günstiger als auch für die meisten attraktiver als ein High-Tech Wohnhochhaus.</li>
</ul>
<ul>
<li>Innovative Anregungen zur Sicherstellung der <strong>Mobilität </strong>habe ich <a href="http://blog.sportkreativwerkstatt.de/?p=57">in einem früheren Blog</a> bereits diskutiert; insbesondere die Entwicklung neuer Fahrzeugkonzepte nach den Leitbildern Small, Smart, Sexy und Sustainable.</li>
</ul>
<p>Und es gibt viele weitere Bedürfnisfelder, die als Ausgangspunkt für die Entwicklung nachhaltiger Innovationen taugen: Beispiele sind das subjektive Sicherheitsgefühl, das Erleben von Erfolgsmomenten und die soziale Integration. Auch in diesen lässt sich durch innovative Lösungen wie einfache Kontaktmöglichkeiten für schnelle Hilfe, herausfordernde Bewegungsspiele mit individualisierbaren Spiellevels und unterhaltungs-attraktive Säulentreffs im öffentlichen Raum einiges an Verbesserung von Freude und Lebensqualität erreichen.</p>
<p>Und nun der Clou: Wenn wir an diesen Stellen ansetzen; wenn wir uns bemühen, ein attraktives Leben im Einklang mit der Natur gestalten, dann erscheinen Diskussionen um eher 20 oder eher 30 Prozent Reduktion von CO2 sowohl von den Schwerpunkten als auch von den Dimensionen her plötzlich fast lächerlich, wie Relikte aus der Steinzeit. Wir brauchen aber keine Steinzeitdiskussion, wir brauchen eine lebenswerte Zukunft!</p>
<p><strong>Questions:</strong></p>
<p>Die vielen möglichen Diskussionsanregungen will ich hier auf eine, aber fast alles entscheidende Frage reduzieren: Der Realisierung vieler, nicht nur meiner, Vorschläge für eine nachhaltige Entwicklung entgegen steht die heutige viel zu sehr auf quantitatives Wachstum orientierte Realität des Kapitalismus US-amerikanischer Prägung, samt seiner aggressiven Verbreitung in die gesamte Welt zur Maximierung ungeheuerlicher Gewinne von Wenigen. Wie aber entgegnet man diesem durch Machtstrukturen, Propaganda und Lobbytum doch so fest installierten Wahnsinn? Und zwar nicht als literarisches Dampfablassen, sondern mit tatsächlicher Wirkung auf Veränderung?</p>
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