Grundsätzliches
Projektmanagement in Innovationsvorhaben unterscheidet sich von Projektmanagement zum Beispiel in Eventplanung oder Produktkonstruktion – und dies umso mehr, je früher im Innovationsprozess man sich befindet.
Zu Beginn radikaler Innovationsvorhaben sind zum Beispiel eine genaue Meilensteinplanung und eine exakte Ressourcenallokation nicht nur kaum möglich, sondern sogar extrem kontraproduktiv. Im Sinne von Qualität und Erfolg von Innovationsvorhaben sind viele Richtungsentscheidungen über Distribution, Kosten und Realisierungsverfahren, ja selbst die Gestalt der Konzeptlösung, möglichst spät zu treffen. Klassisches Projektmanagement verlangt jedoch nach frühen Festlegungen, die dann Projektarbeit zwar planbar macht, damit aber gleichzeitig Lösungskorridore und Realisierungsstrukturen viel zu früh festlegen.
Dies heißt nun keinesfalls, dass Innovationsarbeit sinnvollerweise ohne jegliches Projektmanagement in anarchisch-experimentellen Settings organisiert werden sollte. Jedoch sind die Ziele und Instrumente des Projektmanagements anders als in “normalen” Projekten. So stehen in den frühes Phasen radikaler Innovationsvorhaben insbesondere im Vordergrund:
- die systematische und dynamische Sammlung und Diskussion von Rahmenbedingungen, Trends und Innovationspotentialen, die für ein Innovationsvorhaben potentiell relevenat sind
- Diskurse über wünschenswerte Entwicklungsrichtungen in einem Innovationsfeld
- die Bestimmung und Nutzbarmachung möglicher Ressourcen in einem Innovationsfeld
- die Sammlung von Inspirationen, Wissensbausteinen und Referenzen zu einem Innovationsthema
- Aufbau und Stärkung der sozialen Kohärenz innerhalb des Innovatorenteams
- Aufbau und Test von explorativen funktions- und teilfunktionsäquivalenten Prototypen
- Szenariendiskurse zur Realisierung und Verbreitung der Innovation
- eine Unterstützung der methodischen Arbeit an Prozessschritten im Innovationsvorhaben, angelehnt an die Innovatorik zur Holistischen Innovation
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